von: GIER, Kerstin „Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen“ (Winston Churchill) Kati ist sich tatsächlich nicht sicher, ob sie mit ihrer Hochzeit mit Felix nicht einen Fehler gemacht hat. Okay, er ist liebenswert, er trägt sie auf Händen, sieht gut aus und ist außerdem gut verdienender Arzt. Auf einem Seminar lernt sie Mathias kennen und ist sofort rettungslos verliebt. Ist er es wert, ihre etwas eingefahrene Ehe zu brechen?„Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, ob sie wiederkommen“ (Oscar Wilde)Gerade als Kati sich unwiderruflich entscheiden muss, hat sie einen Unfall und wird 5 Jahre zurück katapultiert. Jetzt hat sie die Chance noch einmal von vorne zu beginnen, sie wacht nämlich einen Tag vor Ihrer ersten Begegnung mit Felix auf. Und Kati spielt Schicksal, sie trifft Felix nicht, zu mindest nicht absichtlich, dafür lernt sie aber Mathias früher als in ihrem ersten Anlauf kennen und lieben.„An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser“ (Charlie Chaplin)Alles läuft perfekt denn die Dinge, die vor 5 Jahren beruflich und privat schief gingen passieren jetzt einfach nicht mehr, dafür sorgt Katie auf witzige und kreative Weise. Aber immer wieder ertappt sie sich bei dem Gedanken: „Ist jetzt wirklich alles besser?“ Ist das Gras auf der anderen Seite wirklich grüner oder sieht es nur von weitem so aus? Sollte man für die große Liebe in der Ferne das vertraute Glück tauschen?„Das Gewissen ist eine Schwiegermutter, deren besuch nie endet“ (Henri Louis Menchen)Dieser Roman von ca. 285 Seiten, erschienen im Lübbe Verlag, ist die ideale Lektüre für kalte, verregnete Wintertage, sehr witzig, aber auch ein bisschen weise, gespickt mit den treffenden Zitaten von Konfuzius bis Loriot.Bianca Sieling ISBN: 978-3-7857-6050-5
12,99 EUR
Bestellmenge: Stück
von: STARK, Richard Als Parker in das nach einem misslungenen Raubüberfall in das Stoneveldt Gefängnis eingeliefert wird, ist ihm klar das dies nur eine Durchgangsstation sein wird, so oder so. Noch heißt er für den ermittelnden Detektiv Ronald Kaspar, ist seine wahre Identität noch nicht geklärt. Schnell und geschickt gelingt es ihm zwei Insassen zu finden, die bereit sind, ihn bei seinem Ausbruch zu begleiten, aus diesem Gefängnis, aus dem noch nie jemand ausgebrochen ist. Der Preis, den einer von ihm verlangt, ist hoch, ein Überfall auf das Lager eines Schmuckgroßhändlers in einem ehemaligen Militärgebäude in der nahen Stadt. Ein Job mit extrem hohem Risiko. Trotz Bedenken willigt Parker ein und der Ausbruch gelingt genauso wie der Einbruch in das Lager. Doch dann beginnt es schief zu laufen. Der Weg über den sie eingestiegen sind ist versperrt, sie sitzen in einem Gebäude fest, das ansonsten nur einen scharf bewachten Ausgang besitzt, und die Zeit läuft ab. Und dann begeht die Freundin eines Kumpels auch noch einen dummen Fehler, an dem alles zu scheitern droht. Parker muss seine gesamte Routine aufbieten um einem möglichen Ausweg zu finden.Richard Stark, Pseudonym des Autors Donald E. Westlake, war ein erfolgreicher Krimischriftsteller, einer der sich kompetent auf sein „Handwerk“ verstand . Mit seinem „Parker-Romanen“ hat er eine Krimireihe geschaffen, in der der Täter die Hauptrolle spielt, Parker, ein absolut unsympathischer Berufsverbrecher, absoluter Einzelgänger, ohne Vornamen, ohne Adresse, ohne Gesicht, nervenstark und eiskalt, absolut gefühllos, aber doch nicht besonders erfolgreich. Von 1962 bis 1976 schrieb Stark die Parker-Romane und ließ seine erfolgreichste Figur nach 23 Jahren Pause 1999 mit dem Roman „Verbrechen ist Vertrauenssache“ in 8 weiteren Büchern gealtert aber nicht geläutert wieder seinem „Handwerk“ nachgehen. Die Parker-Romane sind allesamt harte, schnelle Thriller ohne irgendwelches Beiwerk, schnörkellos und prall. Jeder Satz ist wohlüberlegt, beschränkt sich auf das absolut Notwendige. Wortkarg und knallhart so wie seine Hauptperson. Mit Parker hat er wohl seine „coolste Figur“ geschaffen, der Leser drückt dem Bösewicht die Daumen. Alle Parker-Romane können völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Wie gut, dass es so viele gibt, von Ihnen liegen derzeit neben „DAS GROSSE GOLD“ weitere drei als DTV-Taschenbuch vor.Gustav Förster ISBN: 978-3-423-21337-0
9,95 EUR
von: STOCKETT, Kathryn Hinter einem unscheinbaren Cover verbirgt sich ein Buch, das den Leser nicht wieder loslässt. Jackson / Mississippi 1962 in den USA tobt der Kampf gegen die Rassentrennung: Skeeter (Stechmücke) ist nach Ihrem Studium in ihre Heimatstadt in tiefsten Süden der USA zurückgekehrt. Nach Jackson / Mississippi, die Stadt der ewig gestrigen weißen Oberschicht, die sich in ihren Vorurteilen genüsslich eingerichtet hat. Sie fühlt sich nicht wohl als einzig Unverheiratete unter den jungen Frauen, die versuchen, sie mit einem reichen Snob zu verkuppeln. Sie vermisst ihr farbiges Kindermädchen, von dem sie, so wie es bei den weißen Südstaatlern üblich ist, großgezogen wurde, Afroamerikanerinnen ziehen die Kinder hochnäsiger weißer Mütter auf, die sich selber mit allem Anderen als ihren Kindern beschäftigen, und die voller Verachtung auf die Kindermädchen herabblicken. Auf der Suche nach Beschäftigung beschließt Skeeter ein Buch über schwarze Kindermädchen zu schreiben. Es gelingt ihr, Abileen und Minny, die eine zieht das 17. weiße Kind groß, die andere ist berühmt für ihre Kochkünste und berüchtigt wegen ihres Mundwerkes, zur Mitarbeit zu bewegen. Fast verschwörerisch treffen sie sich zu Interviews in Ablileens Küche, immer auf der Hut vor Entdeckung. Und es gelingt wirklich, ein New Yorker Verlag wagt es, das Buch zu veröffentlichen und irgendwann liegt es in den Schaufenstern der Buchhandlungen – auch in Jackson. Der Skandal ist perfekt.Gute Geister ist ein Roman von 605 Seiten, in Deutschland erschienen bei Bertelsmann, der mehr als 100 Wochen lang in Amerika auf den Bestsellerlisten stand und unter dem Namen „HELP“ verfilmt wurde. Er schildert abwechselnd aus der Sicht der Hauptpersonen die spießige vorurteilsgeladene, teils bis ins Lächerliche skurrile Welt der Südstaaten der USA. Eine anrührende und zugleich humorvolle Geschichte von drei mutigen Frauen, denen es mit Beharrlichkeit gelingt, das scheinbar Unmögliche zu verwirklichen. Die Autorin, selber Südstaatlerin und von einem afroamerikanischen Kindermädchen großgezogen, schildert das Geschehen mit vielen Seitenhieben auf das Amerika der Südstaaten, eine Geschichte, die bis heute nicht ihr endgültiges Ende gefunden hat.Wer mehr zum Thema lesen möchte, dem sei das Buch ERWACHEN IN MISSISSIPPI von ANNE MOODY ans herz gelegt, das leider nur noch antiquarisch verfügbar ist. ISBN: 978-3-442-75240-9
21,99 EUR
von: PANCOL, Katharine Josephine, hoch gebildete aber unscheinbare Hausfrau, lebt nur für ihre Töchter und ihren Mann- bis der sie wegen einer Jüngeren verlässt. Plötzlich ist sie alleinerziehend und braucht dringend einen Job, denn ihr ohnehin arbeitsloser Ex geht nach Afrika und züchtet Krokodile. Von ihrer arroganten Mutter braucht Josephine auch keine Hilfe zu erwarten- die hat in zweiter Ehe mit dem schwerreichen, dicken, freundlichen, unattraktiven Marcel einen guten Fang gemacht und schaut von oben auf alle herab, inklusive ihrer Tochter.( Das Marcel eine Affaire hat und ganz andere Zukunftspläne als seine Angetraute sei nur nebenbei erwähnt.) Unerwartete Hilfe kommt von Josephines Schwester: Iris, bildschöne Schauspielerin hat vor Jahren ihre Karriere beendet, um mit dem erfolgreichen Anwalt Philippe eine Familie zu gründen. Jetzt will sie unbedingt zurück ins Rampenlicht- und zwar als Schriftstellerin. Allerdings ist sie völlig talentfrei im Schreiben so überredet sie Josephine, einen Mittelalterroman zu schreiben- unter Iris` Namen aber für ein ansehnliches Honorar. Das Buch wird ein Bestseller. Iris ist zunächst im 7. Himmel, Josephine schwimmt in Geld, entdeckt ganz neue Seiten an sich, beginnt das Leben zu genießen und verliebt sich wieder. Aber es nagt an ihr, das in der Öffentlichkeit eine andere gefeiert wird…„Die gelben Augen der Krokodile“ ist ein toller Roman um eine Frau, die vom Mauerblümchen ganz langsam zur Karrierefrau wird. Eingebettet ist diese Entwicklung in die Geschichte eines (überwiegend) liebenswerten Familienclans- mit allem was das Leben mit sich bringen kann. Es geht um Liebe, Verlust, Vertrauen, Enttäuschung und um den Mut, das Leben so anzunehmen, wie es ist.Ein tolles Buch, das leider zu schnell zu Ende ist- und nach einer Fortsetzung schreit.Bianca SielingDer Roman DIE GELBEN AUGEN DER KROKODILE hat einen Umfang von ca. 610 seiten und ist im Bertelsmann Verlag erschienen. ISBN: 978-3-570-10086-8
22,99 EUR
von: LEWINSKY, Charles Gerron, Kurt Gerron, die Hauptperson dieses biographischen Romanes von Charles Lewinsky, war während der „Weimarer Republik“ eine bekannte Persönlichkeit im deutschen Kulturleben. Als Sohn eines Berliner Fabrikanten und ordendekorierter Kriegsversehrter aus dem ersten Weltkrieg verkehrte er, der Sänger der Macke-Messer-Moritat in der Uraufführung der Dreigroschenoper und Schauspieler an der Seite von Marlene Diedrich in Berlin mit allen, die damals in Kunst und Kultur Rang und Namen hatten, und die in dem Roman auch auftauchen, vom Autor mal mehr, mal weniger anonymisiert. Doch das schützte ihn, den Juden, nicht vor der Verfolgung im Nazideutschland. Konnte er zuerst noch ins Ausland entkommen, verpasste, vertrödelte er dann doch in Holland die rechtzeitige Abreise nach Hollywood, wo schon ein Engagement auf ihn wartete. So wurde er erst in Holland in ein Lager geschickt, nach Westerbork, von wo ihn dann ein Transport ins Prominenten-KZ Theresienstadt brachte. Dort erhält er, auf eine Nummer reduziert, einen makaberen Auftrag. Er soll einen Film über das ach so schöne Lagerleben drehen. Er bekommt drei Tage Bedenkzeit. In diesen drei Tagen läuft sein gesamtes Leben in langen und intensiven inneren Monologen vor ihm ab. Vom abgebrochenen Medizinstudium und der schweren Verletzung in den Schützengräben der Westfront, von der er zeugungsunfähig zurück kommt, bis in die Welt von Theater, Stumm- und später Tonfilm. Er macht sich die Entscheidung den Film, von dem er genau weiß, welchem Zweck er dienen soll, dann doch zu drehen, nicht leicht, hofft so vielleicht zu überleben, versucht diese Entscheidung vor seinem Gewissen zu rechtfertigen. Nach Beendigung der Dreharbeiten wird er dann doch mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ nach Auschwitz deportiert. Dort wird er ermordet, nur wenige Tage bevor die Vergasungen angesichts der näher rückenden Front eingestellt werden. Sein Film wird unter dem Titel „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ veröffentlicht und kann als unsägliches Dokument der Filmgeschichte auch heute noch unter seinem englischen Titel im Netz eingesehen werden.Aus dieser nahezu unglaublichen Geschichte, die im Kern aber doch wahr ist, macht Charles Lewinsky wie schon bei seinem Roman „MELNITZ“ einen großen Roman über das deutsch-jüdisches Leben, bevor es durch Nazideutschland brutal abgebrochen wurde. Ein Buch, das bewegt und betroffen macht. Sehr genau zeichnet er das Leben Gerrons, in der Kriegs- und Zwischenkriegszeit, in Nazideutschland, im Lager, und die Hoffnung auf Überleben. Das alles lässt er Kurt Geron selber schildern. Hin und wieder lässt er ihn dabei auch in Träumereien und Wunschvorstellungen versinken, die dann mit „Aber so war es nicht“. abrupt unterbrochen werden. Die Figuren um ihn herum versieht er dabei zwar mit anderen Namen, kaschiert sie auch notdürftig, beschreibt sie dann aber doch so detailliert, dass man weiß, oder zumindest ahnt, wen er meint. Erschienen ist der Roman GERRON im Verlag Nagel und Kimche und hat einen Umfang von ca. 540 Seiten.Gustav Förster ISBN: 978-3-312-00478-2
24,90 EUR
von: DIBABA, Yared YARED DIBABA, geboren in Äthiopien, aufgewachsen in Falkenburg und inzwischen Aushängeschild des NDR, hat wirklich viel von der Welt gesehen. Dazu schafft er es, seine Gedanken und Anektoten sehr unterhaltsam auf Papier zu bringen - auf plattdeutsch selbstverständlich.So erfährt man einiges über "Dischsitten" in China, kanadische "Maidöscher", den "Aal-Staffelloop" oder Waschanlagen in heimischen Kuhställen. Auch aktuelle technische Neuerungen überträgt er ansprechend ins Plattdeutsche, so z.B. "Ackerschnacker" (Handy) oder "Internet-Frünnen-Portal" (Facebook). Sehr interessant ist auch sein "Droom" vom "schwatten Bundeskanzler". Dibabas Karriere ging bisher steil bergauf - wer weiß wo es ihn noch hinführt.Bianca SielingDas Buch MIEN WELT BLIFFT PLATT von YARED DIBABA hat einen Umfang von ca. 90 Seiten und ist im September im Hamburger Quickborn Verlag erschienen. ISBN: 978-3-87651-357-7
6,80 EUR
von: DONOGHUE, Emma Eine junge Amerikanerin wird auf offener Straße entführt und in ein umgebautes Gartenhaus gebracht, in dem sie über Jahre gefangen gehalten und missbraucht wird. Zwangsläufig wird sie schwanger und bringt einen Jungen, Jack, zur Welt, der ihrem Leben wieder einen Sinn gibt.Das Buch beginnt mit Jacks 5. Geburtstag. Der kleine Junge erzählt in seiner eigenen Kindersprache von seinem Leben mit Ma im „RAUM“. „RAUM“ ist seine wirkliche Welt, die er (be-)greifen kann: Tisch, Bett, Pflanze und sein Lieblingsgegenstand, Fernseher. Dort drin leben seine Freunde aus verschiedenen Zeichentrickserien und er sieht sich auch gerne Bäume, Häuser oder Raketen an, die aber nur „im Fernseher“, nicht wirklich existieren. Für Jack ist die Welt in Ordnung, so wie sie ist, nur das er abends im Schrank versteckt schlafen muss, weil Ma oft noch Besuch von „Old Nick“ bekommt, gefällt ihm nicht.Doch dann erzählt Ma von einer Welt „da draußen“, in die sie zurück will. Sie schmiedet einen Fluchtplan, bei dem aber Jack zuerst allein den „RAUM“ verlassen muss. Wird er es überhaupt schaffen, sich im „Draußen“ zurecht zu finden?„RAUM“ ist ein wirklich ergreifendes Buch über eine zu Herzen gehende Mutter-Sohn-Geschichte. Die Bestsellerautorin Niffenegger beschreibt diesen Roman sehr treffend „Wenn Du „RAUM“ gelesen hast, mag die Welt noch so sein, wie sie ist. Aber Du selbst hast Dich verändert" Bianca SielingDer Roman RAUM von Emma DONOGHUE ist im Piper Verlag erscheinen und hat einen Umfang von ca. 410 Seiten, erschreckend realistisch und gegenwärtig, nach einem wirklichen Ereignis geschrieben, das sich jederzeit und überall wiederholen kann. Aber auch ein Roman über Mutterliebe, die in die Lage versetzt, so Manchen zu überstehen. ISBN: 978-3-492-05466-9
19,99 EUR
von: GEORGES, Gerard Ferdinand, ein alter vierschrötiger Bauer lebt als letzter Einwohner alleine in Garachou, einem Weiler in der Vulkan-Auverne nahe Riom mitten in Frankreich. Seine einzigen Gefährten sind seine Charolais-Rinder und sein treuer Hund Gamine. Und seine Erinnerungen, an die Eltern, den Bruder und seine einzige große Liebe Yvette, die er nicht bekam weil er nicht die gute Partie war, die ihr Vater für sie vorgesehen hatte. Hin und wieder macht er Touren mit seinem alten Moped und ärgert zum Vergnügen den Postboten, den Gewerkschaftler. Er hat sich in seiner Einsamkeit eingerichtet und erwartet eigentlich nur eins vom Leben, seine Ruhe. Die wird allerdings eines Tages von einem englischen Ehepaar gestört, das den Nachbarhof gekauft hat und dort „Bed and Breakfast“ einrichten möchte. Ausgerechnet Engländer! Haben die nicht die Jeanne d´Arc hingerichtet? Bärbeißig und schlecht gelaunt empfängt er die „Roastbeefs“ erst einmal mit seinem Gewehr. Doch Mr. und Mrs. Kelly erweisen sich als gar nicht so schlimm wie erwartet. Und dann ist da noch Peggy, ihre kleine Tochter. Und der gelingt es mit unnachahmlichem kindlichem Charme und dem Wunsch unbedingt melken zu lernen das Herz des alten Bauern zu erweichen.Eine wunderschöne, anrührende Geschichte aus einer verlassenen Gegend mitten in Europa, gut lesbar mit hintergründigem, augenzwinkerndem Humor und viel Sympathie für die Bewohner dieser einsamen von Vulkanen geprägten Landschaft. Es ist auch eine Geschichte über das Alter und die Einsamkeit, manchmal auch ein melancholischer Abgesang auf eine Lebensweise, die so gar nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheint und doch mitten in Europa existiert. Eine von ihren Bewohnern verlassene Urlaubsidylle. Das schön und ansprechend aufgemachte Buch EINES MORGENS AUF DEM LANDE ist im kleinen, engagierten Thiele Verlag erschienen und hat einen Umfang von ca. 265 Seiten. ISBN: 978-3-85179-167-9
18,00 EUR
von: BARCELO, Elia 1974 beenden 7 Freundinnen ihre gemeinsam verbrachte Schulzeit in der Nähe von Alicante. Höhepunkt des Sommers ist eine Klassenfahrt nach Mallorca, die eine einzige große Party werden soll bevor sich die Wege der Mädchen trennen werden, ob durch Studium, Arbeit oder Heirat.Die Reise endet für die Sieben in einem Fiasko, eine Klassenkameradin verschwindet spurlos und wird für tot erklärt. Die Freundinnen gehen ihre Wege und sprechen nie wieder über diesen tragischen Abend. Bis sie sich nach fast 30 Jahren als gestandenen 50-jährige Frauen wiedertreffen. Alte Freundschaften werden erneuert, fast vergessene Gefühle neu entdeckt. Doch der Schatten der Vergangenheit lastet immer noch über den Freundinnen, und als eine von ihnen ankündigt ihr Gewissen erleichtern zu wollen stirbt sie kurz darauf auf rätselhafte Weise. TÖCHTER DES SCHWEIGENS ist ein toller Frauenroman, sprachlich schön, atmosphärisch, unheimlich, und absolut fesselnd selbst über die Auflösung der Geschichte hinaus bis hin zum tragischen Ende.Bianca Sieling Der Roman TÖCHTER DES SCHWEGENS von Elia Barcelo hat einen Umfang von 424 Seiten und ist im Pendo Verlag erschienen. Als gekürzte Hörbuchfassung liegt er gelesen von Nina Petri im Osterwold Verlag vor. ISBN: 978-3-86612-266-6
19,95 EUR
von: McCABE Der irische Schriftsteller Eugene McCabe ist hierzulande nahezu unbekannt. Und das, obwohl über ihn gesagt wurde „Es war schon immer klar, dass Eugene McCabe eines Tages ein Meisterwerk schreiben würde, und ohne Zweifel: dies ist es“. Es ist ein Roman eines einzigen Tages 1883 in Nordirland. Ein Tag, an dem sich zwischen Billy Winters, protestantischer Großgrundbesitzer, roh und versoffen, und Elisabeth, „Beth“, Tochter seiner verstorbenen Frau, einem katholischen Kuckuckskind und Billys erniedrigte Dienstmagd die ihm in Wahrheit den Hof führt, und ihrem Geliebten Liam, eine dramatische Geschichte abspielt. Eine Geschichte von Hassliebe und Verrat wie sich wohl nur vor dem politischen Hintergrund Irlands abspielen kann. An diesem tag, ihrem Geburtstag, beschließt Beth den Hof von Billy Winters zu verlassen und mit ihrem Geliebten zu fliehen. Nicht ohne den Goldschatz des prügelnden und manchmal auch zu mehr als väterlicher Zuneigung neigenden Vaters zu stehlen. Doch Liam, der Vater ihres ungeborenen Kindes, ist ein skrupelloser Verbrecher der die Rechnung zwar mit dem Schatz aber ohne Beth aufgemacht hat.Diese Geschichte schildert der Autor mit der Spannung eines Krimisvor der Kulisse der irischen Landschaft und den bis heute anhaltenden politischen Auseinandersetzungen Irlands in einer knappen, intensiven und präzisen Sprache bis hin zum tödlichen Finale mit einem Mordversuch und einem Ertrunkenen, das dann doch noch mit einem schaurigen Happyend. Erschienen ist der Roman TOD UND NACHTIGALLEN, von Rezensenten als „großartig“, "bedeutenste irische Roman", "zutiefst bewegend, kraftvoll und unvergesslich", "Stück Weltliteratur" beschrieben, im Göttinger Steidl Verlag, er hat ca. 300 Seiten und ist schön in Leinen gebunden. ISBN: 978-3-86930-233-1
19,90 EUR
von: PADURA, Leonardo Der kubanische Schriftsteller Leonardo Padura ist in Deutschland vor Allem als der Autor des HAVANNA QUARTETTS, 4 Kriminalromanen, und der Bücher NEBEL VON GESTERN und ADIOS, HEMMINGWAY bekannt. In seinem neuen Roman wagt er sich an ein großes geschichtliches Thema, vergleichbar vielleicht mit Döblins NOVEMBER 1918, obwohl in einem völlig anderen Stil erzählt. In 3 Erzählsträngen befasst er sich mit dem Scheitern des Sowjetkommunismus, der wohl größten politischen Utopie des 20. Jahrhunderts, im stalinistischen Terror, der seinen symbolischen Höhepunkt in der Ermordung von Leo Dawidowitsch Bronstein, besser bekannt als Leo Trotzki am 20. August 1940 im mexikanischen Exil fand.Da ist einerseits der merkwürdige Mann mit 2 Barsois, den der Ich-Erzähler auf Kuba am Strand trifft und der ihm auf vielen fast konspirativen Treffen die mit vielen merkwürdigen Detailkenntnissen versehene Geschichte des Trotzkimörders Ramon Mercader erzählt. Der zweite Strang schildert die Ausweisung und das Exil Trotzkis, dem von Stalin im innerparteilichen Machtkampf kaltgestellten und in den sowjetischen Geschichtsbüchern und -bildern ausradierten Theoretiker der „permanenten Revolution“, dem Schöpfer der Roten Armee, der machtlos aus der Ferne, verbannt nach Alma Ata, ausgewiesen in die Türkei und weiter nach Norwegen, aus der Sowjetunion ausgebürgert, zum Schluß in Mexiko Gast Frida Kahlo und Diego Reviera, immer verfolgt von Stalins Agenten, die Vorgänge in Moskau beobachtet und kommentiert, die Schauprozesse und die Liquidation der alten Weggefährten, die anschließenden Hinrichtungen der Helfershelfer, die „Säuberung der Armee“, den Verrat der spanischen Republik, den Pakt mit Hitler. Im dritten Strang schildert er die Geschichte des Mörders, eines jungen, unbedarften spanischen Kommunisten, vom NWKD angeworben und lange auf die Aufgabe vorbereitet und zielgerichtet hingeführt, die schließlich zum haargenau vorbereiteten Mord in Mexiko führt. Für den er dann 20 Jahre im Gefängnis sitzt und danach in die Sowjetunion ausgewiesen wird, wo er ordendekoriert minderwertige Schreibarbeiten erledigen darf. Je mehr sich der Roman seinem Höhepunkt nähert, desto mehr Fahrt nimmt er auf. Sind es zuerst manchmal langatmig erscheinende Schilderungen, so verdichtet er sich zu einem spannenden, wie eine Schilderung von Tatsachen lesbaren Geschichtsroman mit Geheimdienstlern, Agenten und Agentenführern, Revolutionären und Freiheitskämpfern, Verrätern und Verbrechern, fast einem Krimi, von ca. 730 Seiten, an dem Padura jahrelang gearbeitet hat und in dem er einen Abgesang auf eine gescheiterte Utopie, die "verratene Revolution" anstimmt. Erschienen ist der Roman DER MANN, DER DIE HUNDE LIEBTE im Schweizer Unions Verlag, wo auch das übrige Werk von Leonardo Padura verlegt ist. ISBN: 28,90
978-3-293-00425-2 EUR
von: CAPUS, Alex Die Geschichte beginnt mit Ihrem Ende. In der Kathedrale Notre Dame blicken 800 ehrwürdige Jahre auf eine kleine Trauergemeinde herab, Kinder, Enkel und Urenkel von Leon le Gall. Sie warten auf den Priester, der die Trauerfeier für den im hohen Alter verstorbenen vornehmen soll. Da geht hinter ihnen die Tür auf und mit deutlich durch das leere Kirchenschiff hallenden Schritten, auf dessen leeren Bänken sämtliche Vorfahren le Galls Generationen zurück noch Platz finden könnten, nähert sich eine zierliche weißhaarige Frau dem Sarg, nimmt von dem Toten Abschied, lächelt die Trauergäste an, zieht eine Fahrradklingel aus ihrer Tasche und betätigt sie zweimal. Aufmerksam mustert sie jeden der Trauernden bevor sie zum Ausgang eilt „War das etwa Mademoiselle Janvier, die da gekommen war, hatte sie es gewagt?“Als Leon und Louise sich kennenlernten war er 17 Jahre alt und am Ende des ersten Weltkrieges Fernmelder am Bahnhof von Saint-Luc-sur-Marne. Dort begegnet er auf einer Fahrradtour Louise, die für den Bürgermeister den Familien der Kriegsopfer die Todesnachrichten überbringt. Nur kurz lernen sie sich kennen dann reist ein letzter Angriff des zu Ende gehenden Krieges sie auseinander. Sie halten einander für tot. 10 Jahre später treffen sie sich in der Pariser Metro zufällig wieder. Leon ist längst mit Yonne verheiratet und Familienvater. Louise, unabhängig ihren eigenen Weg suchend, arbeitet nur wenige Meter von seinem Arbeitsplatz entfernt bei der Banque de France. Sie beschließen weiter ihr Leben zu leben, so nah und doch ganz fern. Leon laviert sich durch die Zeit des zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung, verweigert sich mit einigem Glück passiv und sorgt für Frau und Kinder. Louise verschlägt die Zeit derweil mit dem in Sicherheit gebrachten Gold der Bank nach Afrika wo sie dem Kriegsende entgegen wartet. Hin und wieder schreibt sie ihm sehnsüchtige Briefe. Erst nach dem Tod von Yvonne treffen sie sich, alt geworden, wieder.Eine wundervolle Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der beiden Kriege des letzten Jahrhunderts. Tragisch und dennoch schön. Leicht und doch einfühlsam geschrieben ohne je in Kitsch abzugleiten oder auch nur in seine Nähe zu kommen. Zwei sympathische Helden. Er, redlich für die Familie sorgend, durchschnittlich begabt aus einer durchschnittlich begabten Familie, deren einzige Auffälligkeit der flache Hinterkopf ist, der wenigstens verhindert das der Kopf im Sarg hin und her rollt. Sie freiheitsliebend, unabhängig, manchmal burschikos, ohne Vergangenheit in der Gegenwart lebend, die sich mit Affären über die Trennung hinwegtröstet. Man wünscht sich, die Geschichte ginge gut für beide aus, die Geschichte der Liebe in den Zeiten der Kriege. Wie oft mag sie so, oder ähnlich, geschehen sein? Ein Liebesroman von ca. 320 Seiten, erschienen im Hanser Verlag, den man guten Gewissens auch Männern ans Herz legen darf!Daland Segler über Léon und Louise: „leise Eleganz“ und „eines der vielleicht schönsten Roman-Enden der neueren Literaturgeschichte“ zitiert nach "Buchmarkt". ISBN: 978-3-446-23630-1
von: DeMOOR, Margriet Holland im 17. Jahrhundert. Ein Maler, nach dem Pesttod seiner zweiten Frau pleite, der Name Rembrandt wird nicht genannt und ist doch allgegenwärtig. Und ein Mädchen. Elsje aus Jütland, vom Lande, grad mal 18 Jahre alt. Arbeitsemigrantin, vor wenigen Tagen mit dem Schiff in Amsterdam angekommen, wo sie hofft, Anstellung als Dienstmädchen zu finden. Vielleicht auch mehr. Vor allem auch ihre Stiefschwester, die schon vorher in die verlockende Metropole gegangen ist. Vorerst hat Elsje Quartier bei einer Zimmerwirtin gefunden. Auf der Suche nach Arbeit und Stiefschwester wird das Geld knapp. Naiv und unerfahren versteht sie das Angebot der Wirtin nicht, die Zimmermiete mit Liebesdiensten zu begleichen, weiß gar nicht was Prostitution ist. Als es ihr klar wird erschlägt sie die Zimmerwirtin. Ein Mord, darauf steht die Todesstrafe, öffentlich an den Pfahl gebunden durch Erwürgen. Da sie ohne Reue scheint, steht ihr auch kein Begräbnis zu. So strömt eines schönen Morgens das Volk von Amsterdam zum Rathaus zur öffentlichen Hinrichtung. Der Maler lässt sich dieses Schauspiel von seinem Sohn berichten, den er zu Besorgungen in die Stadt geschickt hat. Anschließend treibt es ihn raus vor die Stadt, dorthin wohin Elsjes Leiche mit dem Boot gebracht und an einem Pfahl gebunden Wind und Wetter überlassen wurde. Mit wenigen routinierten Strichen hält er sie fest für die Ewigkeit. In dem Bild, das jetzt der Autorin Margriet de Moor den Stoff für ihren Roman DER MALER UND DAS MÄDCHEN lieferte. Gekonnt erzählt, verwebt sie die dramatische Geschichte von Elsje, der Unschuld vom Lande, die zur Mörderin wurde, mit dem Leben im Amsterdam des 17. Jahrhunderts und mit dem großen Maler, der verarmt seine beste Zeit längst hinter sich hat. Ein Roman von ca. 305 Seiten, erschienen im Hanser Verlag, der nahtlos an die großen Romane von Margriet de Moor wie z.B. „Sturmflut“ oder „Der Virtuose“ anknüpft. ISBN: 978-3-446-23638-7
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